Eltern: Machen Sie sie ALLE zu Verbündeten der Schule

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Elterliches Engagement ist für viele Lehrkräfte eine Black Box. Eszter Salamon, Direktorin von Parents International, ist der Meinung, dass es dabei nicht nur darum gehen sollte, Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Vielmehr sollten Eltern das Lernen würdigen und die Schule als einen guten Ort dafür anerkennen – und es liegt in der Verantwortung der Lehrkräfte, sie einzubeziehen.

Ich habe noch keinen Elternteil getroffen, der nicht das Beste für seine Kinder will. Diese Aussage stammt von einem kürzlich pensionierten Schulleiter. Ein anderer Experte fügte hinzu, dass selbst misshandelnde Eltern das gleiche Ziel haben. Sie wissen nur vielleicht nicht, was das Beste ist, oder sie sind sich nicht einmal bewusst, dass sie ihre Kinder misshandeln. Alle Untersuchungen zeigen, dass Eltern viel mehr Einfluss auf die Lernergebnisse ihrer Kinder haben als die beste Lehrkraft und dass dies nicht vom Bildungsniveau der Eltern abhängt.

Janet Goodall, EdD, eine der wichtigsten Expertinnen für elterliches Engagement, betont immer, dass es keine schwer erreichbaren Eltern gibt, sondern nur Eltern, die man noch nicht einbeziehen konnte. Wichtig ist es, von folgender Prämisse auszugehen: Alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Ihre Aufgabe als Lehrkraft ist es nun, sie davon zu überzeugen, dass die Schule das Beste ist, was ihren Kindern passieren kann.

Als ich meine Lehrerausbildung absolvierte, meinte ein Dozent zur Beziehung zwischen Eltern und Lehrkräften: „Unterricht ist harte Arbeit, aber sie wäre viel einfacher, wenn alle Kinder Waisen wären.“ Vor einigen Wochen stieß ich auf einen Tweet, in dem gefragt wurde, warum die Unterstützung der elterlichen Erziehung und des elterlichen Engagements nicht Teil der Lehrerausbildung ist. Da ich einen gewissen Einblick in eine Reihe von Erstausbildungsangeboten in Europa habe, kann ich nur hoffen, dass diese Themen nicht so abgetan werden, wie ich es vor etwa 30 Jahren erlebt habe.

Wir alle wissen ja, dass sich die Mehrheit der Lehrkräfte mit elterlichem Engagement schwertut und sich nicht wohl dabei fühlt, die Eltern einzubeziehen. Stattdessen halten sie an der verbreiteten Praxis fest, die Eltern lediglich zu informieren und sie auf Distanz zu halten. Aber wir wissen auch von denen, die sich entschieden haben, Zeit und Energie in die Einbeziehung der Eltern und ihre Unterstützung zu investieren, dass der Nutzen enorm war. Als die Länder die EACH Charter einführten, die es den Eltern erlaubte, jederzeit bei ihren Kindern zu bleiben, während diese in einem Krankenhaus behandelt wurden, waren Ärzte und Krankenschwestern entsetzt. Sie stellten aber bald fest, dass ihre Arbeit dadurch viel einfacher wurde. Das Gleiche gilt für Schulen.

Nach der UN-Kinderrechtskonvention sind die Eltern alleine für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich und haben damit die Pflicht zur Mitwirkung an den Schulen (und die Kinder selbst haben ebenfalls das Recht, in Entscheidungen einbezogen zu werden). Ausgangspunkt für das elterliche Engagement ist somit eine Umschreibung des Prinzips der Kinderbeteiligung: Nichts über uns oder unsere Kinder ohne uns .

Die Aufgabe der Schulen, der in ihnen arbeitenden Fachkräfte sowie der ernannten oder gewählten Elternvertreter besteht darin, die Einbeziehung aller Eltern sicherzustellen: derjenigen, die mit der Schule zufrieden sind, derjenigen, die sehr anspruchsvoll zu sein scheinen, derjenigen, die nie kommen, wenn die Schule sie einlädt, und derjenigen, die nicht einmal die Unterrichtssprache sprechen. Für die Mehrheit der Eltern ist eine offene bzw. ganzheitliche Schulstrategie ein guter Einstieg, aber wir müssen bedenken, dass einige von ihnen mehr Unterstützung benötigen als andere, um sich wirklich zu engagieren.

Entsprechende Methoden und inspirierende Praxisbeispiele sind vorhanden, und viele davon werden diesen Monat hier veröffentlicht. Damit die Einbeziehung der Eltern Realität wird, müssen wir es nur wirklich wollen.


Eszter Salamon ist Direktorin von Parents International und eine bekannte Verfechterin des elterlichen Engagements. Seit 1989 ist sie im Bereich des Kinderrechts tätig. Schwerpunkte ihrer Forschungs- und Bildungsarbeit sind das Recht auf eine hochwertige Bildung, Führungsfragen sowie Elternthemen.

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