Digitale Kompetenz: Die im 21. Jahrhundert unerlässliche Fertigkeit für Lehrende und Lernende

image:DIGCOMP 2.0

Digitale Kompetenz ist wesentlich fürs Lernen, Arbeiten und die aktive Teilnahme an der Gesellschaft. Für die schulische Erziehung ist es sowohl wichtig, zu wissen, worin diese Kompetenz besteht, wie auch zu verstehen, wie man dabei helfen kann, diese zu entwickeln. Erfahren Sie mehr darüber in unserem Tutorial!

Was is digitale Kompetenz?

Die digitale Kompetenz ist eine der acht Schlüsselkompetenzen für das lebenslange Lernen. Diese Kompetenz besteht im sicheren und kritischen Umgang mit den gesamten digitalen Technologien, die für die Information, Kommunikation und die Problemlösungsstrategien in allen Lebensbereichen genutzt werden. Dies mag vielen von uns einfach erscheinen, doch gemäß des Fortschrittsanzeigers der digitalen Agenda für das Jahr 2015, der Digital Agenda Scoreboard 2015, ist die digitale Kompetenz von 40 % der EU-Bevölkerung auf einem unzureichenden Niveau und 22 % der EU-Bürger sind keine Internetnutzer.

Es ist ebenfalls wichtig, zu berücksichtigen, dass „die digitale Kompetenz, als eine übergreifende Kompetenz, uns auch dabei hilft, andere Kompetenzen zu meistern, wie beispielsweise Kommunikation, Sprachkenntnisse oder Grundfertigkeiten in Mathematik und Naturwissenschaften“, wie es Riina Vuorikarie in ihrem Fachartikel ausführt.

Um das Wesentliche dieser Kompetenz besser zu verstehen, hat die Europäische Kommission den Europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen (DigComp) entwickelt, der in fünf Bereiche unterteilt ist: das Verständnis von Informationen und Daten; Kommunikation und Zusammenarbeit; das Erstellen digitaler Inhalte; Sicherheit der Geräte, der personenbezogenen Daten und der Umwelt beim Umgang mit digitalen Technologien; Problemlösungsstrategien. Dieser Referenzrahmen beinhaltet insgesamt 21 Kompetenzen – Klicken Sie auf den Link unter dem Bild und schauen Sie in der Infografik nach, welche Kompetenzen Sie bereits beherrschen!

In naher Zukunft werden die Erzieher ihren eigenen Referenzrahmen mit dem Namen DigCompEdu bekommen. In dessen einleitenden Vorschlag finden wir sechs Entwicklungsbereiche: die Arbeitsumgebung; das Erstellen und die Disseminierung digitaler Ressourcen; die Steuerung des Einsatzes digitaler Werkzeuge; Evaluierung; Ermächtigung der Lernenden und Unterstützung der digitalen Kompetenz der Lernenden. Halten Sie sich über diese Initiative auf dem Laufenden!

Wie entwickelt sich die digitale Kompetenz in Europa?

Der Eurydice-Bericht (2012) zeigt uns, dass in Bezug auf die digitale Kompetenz fast alle europäischen Länder eine eigene nationale Strategie entwickelt haben. Als diese Studie erarbeitet wurde, unterrichtete man in der EU (abgesehen von zwei EU-Mitgliedsländern) die digitale Kompetenz im Rahmen eines curriculumübergreifenden Ansatzes in der Primarstufe. In der Sekundarstufe wurde die digitale Kompetenz in sämtlichen EU-Ländern gelehrt. Dieser Unterricht ergänzte weitere Ansätze, die in verschieden Ländern genutzt wurden, wie beispielsweise die Einbeziehung von IKT in bestimmte Unterrichtsfächer oder IKT als eigenständiges Unterrichtsfach.

Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass den Lehrkräften eine ausreichende digitale Kompetenz vermittelt wird: Die neueste TALIS-Studie der OECD (2013) zeigte, dass 18 % der Ausbilder und der Lehrkräfte meinen, dass sie für das Lehren mehr IKT-Fertigkeiten benötigen und 16 % von ihnen wünschen sich eine weitergehende Schulung für die Nutzung neuer Technologien am Arbeitsplatz.

Das größte Netzwerk für Lehrkräfte in Europa, eTwinning, bietet den Lehrern eine geeignete Arbeitsumgebung, um mit Peers zusammenzuarbeiten und um neue Methoden zu lernen, wie sie IKT in ihrem Unterricht nutzen können. Diese eTwinning-Studie (2015) zeigte, dass 29 % der Lehrkräfte meinten, dass eTwinning ihnen sehr geholfen habe, ihre für ihren Unterricht benötigten Technologie-Kenntnisse zu vertiefen und 37 % von ihnen fanden, dass eTwinning ihnen wenigsten ein wenig geholfen hat. eTwinners berichteten ebenfalls, dass sie mehr von digitalen Lehr- und Lernpraktiken Gebrauch machen, z. B. an Online-Kursen teilnehmen (78 %), gemeinsam mit den Schülern Lernmaterialien erstellen (77 %) oder mit den Schülern zusammen soziale Netzwerke nutzen (76 %).

Wie kann ich in meinem Unterricht die digitale Kompetenz fördern?

Es ist eine weitverbreitete Auffassung, dass die Entwicklung der digitalen Kompetenz bereits in einem frühen Alter beginnen sollte, doch muss auch sorgfältig abgewogen werden, welche Art von Technologien sich dazu eignen und wie viel Zeit damit verbracht werden soll. Zum Beispiel: Die Prinzipien des Programmierens können anhand von Pappbechern oder Bauklötzen gelernt werden. Der folgende Artikel der europäischen wissenschaftspädagogischen Zeitschrift Science in School erklärt, wie das geht.

Talking Pictures (sprechende Bilder) ist ein prämiertes eTwinning-Projekt, das Lernende der ersten Klassen der Primarschule dazu anregte, Fotos und Videos als Mittel zu nutzen, um ihre Geschichten zu erzählen und zu interpretieren. Die Kinder lernten, dass die Dinge nicht immer so sind, wie es scheint - Bildaufnahmen können in der Art eingesetzt werden, dass sie jeweils ganz verschiedene Sichtweisen darstellen.

Falls Sie daran interessiert sind, zu erfahren, wie ein effektives ganzheitliches Schulkonzept digitale Tools nutzt, können Sie den Fachartikel vom portugiesischen Schulleiter Luis Fernandes lesen.
Im folgenden Video der Reihe Education Talks äußert Esther Wojcicki ihre Ideen darüber, wie man projektbasiertes Lernen und digitale Tools im Klassenunterricht anwendet.

Erzieher, die an Online-Fortbildungen interessiert sind, können interessante Online-Kursmaterialien in der European Schoolnet Academy finden. Beachten Sie bitte, dass die hier unten angegebenen Kurse bereits beendet sind, doch alle Lernmaterialien bleiben weiterhin für das Selbststudium verfügbar. Verfolgen Sie unser Kursangebot weiter, denn es gibt stets neue Kurse und Kurse, die wiederholt angeboten werden!

  • Einführung in das technologiegestützte Lehren: Lernen Sie, was die Kompetenz für technologiegestütztes Lehren (TET / Technology-Enhanced Teaching) bedeutet, wie viel bereits davon vorhanden ist und wie man diese weiterentwickeln kann. (Dieses Angebot wurde vom EU-geförderten Projekt MENTEP erarbeitet)
  • Entwicklung der digitalen Fertigkeiten in Ihrem Unterricht: Lernen Sie, wie man eine Reihe digitaler Fertigkeiten entwickelt und entdecken Sie, welche Tools und Ressourcen Sie dazu nutzen können. (Dieses Angebot wurde von der Kampagne eSkills der Europäischen Kommission erarbeitet)
  • Kurs zum Thema Online-Sicherheit: Lernen Sie über Online-Sicherheit, ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Kompetenz. (Dieses Angebot wurde vom EU-geförderten Portal Better Internet for Kids (BIK) [Besseres Internet für Kinder] erarbeitet)