Hintergrund des Europäischen Toolkits für Schulen

Das Europäische Toolkit für Schulen ist das Ergebnis der Arbeit, die seit 2011 auf EU-Ebene im Zusammenhang mit dem frühzeitigen Schulabgang stattfindet. Als frühzeitige Schulabgänger gelten junge Menschen, die höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe I haben und nicht an Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Aus Forschungsergebnissen und Statistiken geht hervor, dass der frühzeitige Schulabgang ein erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit, soziale Ausgrenzung und Armut zur Folge hat und enorme Kosten für die Betroffenen selbst und die Gesellschaft insgesamt mit sich bringt.

Der frühzeitige Schulabgang gehört zu den fünf Kernzielen der Strategie Europa 2020: Die Mitgliedstaaten haben vereinbart, den durchschnittlichen Anteil der frühzeitigen Schulabgänger in der EU bis 2020 auf unter 10 % zu senken, und entsprechende nationale Ziele festgelegt (Ausnahme: Vereinigtes Königreich). 2011 hat der Rat der Europäischen Union eine Empfehlung für politische Strategien zur Senkung der Schulabbrecherquote angenommen. Darin werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, faktengestützte und umfassende Maßnahmen gegen den frühzeitigen Schulabgang in einer geeigneten Kombination aus Prävention, Intervention und Kompensation umzusetzen.

Schools Policy

Um die Umsetzung der Empfehlung zu unterstützen, wurde die politische Zusammenarbeit der EU-Länder in einer Thematischen Arbeitsgruppe zum Thema frühzeitiger Schulabbruch (2011–2013) eingeleitet. Der Abschlussbericht der Thematischen Arbeitsgruppe enthält Schlüsselerkenntnisse für die politischen Entscheidungsträger, eine Checkliste für die Selbstbewertung politischer Maßnahmen sowie bewährte Praxisbeispiele aus den EU-Ländern.

Die Arbeitsgruppe „Schulpolitik“ (2014-2015) hat die Wissensgrundlagen über den frühzeitigen Schulabgang weiterentwickelt. Sie hat sich damit beschäftigt, wie auf der schulischen und lokalen Ebene ganzheitlichere und kooperativere Ansätze beim Umgang mit dem frühzeitigen Schulabgang entwickelt werden können, und politische Botschaften mit allgemeinen Empfehlungen für politische Entscheidungsträger aller Ebenen entwickelt.

Mit diesem Toolkit möchte die Arbeitsgruppe den Schulen und ihren Partnern konkrete Hilfen an die Hand geben, um dem frühzeitigen Schulabgang entgegenzuwirken, zügig und angemessen auf erste Anzeichen von Lernmüdigkeit zu reagieren und sicherzustellen, dass jeder Lernende erfolgreich sein kann. Das Toolkit konzentriert sich in erster Linie auf Prävention und Frühintervention. Kompensatorische Maßnahmen, die Lernende zur Wiederaufnahme ihrer Aus- und Weiterbildung motivieren sollen (z. B. Programme für eine „zweite Chance“), werden daher nicht behandelt.

Die Struktur des Toolkits sowie die Funktionen wurden mit Unterstützung von Dr. Alessio D‘Angelo (stellvertretender Leiter, Forschungszentrum für Sozialpolitik, Universität Middlesex) entwickelt.

Der Inhalt des Toolkits wird kontinuierlich mit Unterstützung des Redaktionsteam weiterentwickelt:

Kirstin Kerr, Seniorlektorin in Bildungswissenschaften, Universität Manchester

Per Kornhall, PhD, Forscher, Universität Mälardalens, Schweden

Erna Nairz-Wirth, Professorin, Wirtschaftsuniversität Wien

Ward Nouwen, Forscher, Universität Antwerpen

Teresa Sordé Martí, Serra Húnter Associate Professor, Autonome Universität Barcelona