KOALA: Sprachkompetenz und kognitive Fähigkeiten an mehrsprachigen Schulen

KOALA (KOordinierte ALphabetisierung im Anfangsunterricht) ist ein innovatives Konzept, das auf der Verknüpfung von Alphabetisierung und Mehrsprachigkeit beruht und in mehreren deutschen Bundesländern an einigen Grundschulen eingeführt wurde. In Nordrhein-Westfalen wird die Methodik nach und nach erweitert und an die Veränderungen innerhalb der Schülerschaft in den Städten angepasst.

An den Grundschulen zahlreicher deutscher Großstädte liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei mindestens 50 %. Das KOALA-Konzept baut auf der natürlichen Mehrsprachigkeit dieser Kinder auf und nutzt die zumeist als Hindernis geltende Tatsache, dass viele Schüler zuhause eine andere Sprache sprechen als die Unterrichtssprache, als Vorteil.

Die KOALA-Lehrmethode wird kontinuierlich weiterentwickelt. Sie geht über den Erwerb der Lese- und Schreibkompetenz hinaus und steht in Zusammenhang mit anderen Formen des koordinierten herkunftssprachlichen und deutschen Sprachunterrichts. Das Konzept steht mit der vom Europäischen Rat auf der Tagung in Barcelona (2002) formulierten Forderung in Einklang, dass Kinder neben der Muttersprache zwei weitere Sprachen erlernen sollten.

Im Rahmen von KOALA erfolgt nicht nur die Alphabetisierung von Kindern mit Migrationshintergrund sowohl im Deutschen als auch in ihrer Familiensprache, sondern sie werden auch in anderen Fächern zweisprachig unterrichtet. Bislang wurde in erster Linie Türkisch in den Unterricht integriert, das Konzept kann jedoch auf jede beliebige Sprache angewandt werden. Die Beurteilungen zeigen, dass nach der KOALA-Methode unterrichtete Schülerinnen und Schüler in beiden Sprachen gute Schreib- und Lesefertigkeiten erwerben und im Deutschen besser abschneiden als ihre Mitschüler, die ausschließlich im Deutschen alphabetisiert wurden. Zu den weiteren Vorteilen von KOALA zählen ein positives Bild der Herkunftssprache und -kultur, die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung einer positiven Selbstwahrnehmung, der kontrastive Umgang mit beiden Sprachen, die Sensibilisierung für Sprache und Kultur und die Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund.

Zusätzliche Kosten entstehen den Schulen im Wesentlichen durch die Einstellung von Lehrkräften sowohl deutscher als auch ausländischer Herkunft.

Art
Praxis
Land
Deutschland
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Primary; Secondary
Interventionsebene
Gezielt; Universell
Intensität der Intervention
Laufend
Finanzierungsquelle
k. A.

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