ARANY-JÁNOS-PROGRAMME

Das Ziel der Arany-János-Programme in Ungarn besteht darin, benachteiligte Schülerinnen und Schüler bei ihrer Sekundarschulausbildung zu unterstützen. Mit den Programmen soll sichergestellt werden, dass sie am Ende ihrer Schulausbildung ein Schulabschlusszeugnis erhalten und eine Universität besuchen oder einen Arbeitsplatz finden können.

Das erste Arany-János-Programm für begabte benachteiligte Schülerinnen und Schüler wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen (AJTP). Wenige Jahre später, im Jahr 2004, wurden zwei weitere Programme für eine noch größere Anzahl von benachteiligten Schülerinnen und Schülern konzipiert (AJKP, AJKSZP).

Die Programme werden in Sekundarschulen in Zusammenarbeit mit Schülerwohnheimen durchgeführt. Sekundarschulen mit guten Resultaten (Gymnasien) können zusammen mit Schülerwohnheimen einen Antrag für das AJTP stellen (im Jahr 2012 waren insgesamt 36 Einrichtungen an diesem Programm beteiligt). Schülerwohnheime alleine können sich um das AJKP bewerben (im Jahr 2012 waren 13 Schülerwohnheime an diesem Programm beteiligt). Schülerwohnheime zusammen mit Einrichtungen für die allgemeine und berufliche Bildung können einen Antrag für die AJKSZP-Programme stellen (im Jahr 2012 waren 17 Partnerschaften an diesem Programm beteiligt).

Die geförderten Einrichtungen sollten benachteiligte Schülerinnen und Schüler anwerben, die den Anforderungen des Programms entsprechen, ihnen während ihrer Sekundarschulausbildung Plätze in den Schülerwohnheimen zur Verfügung stellen und Unterstützungsprogramme für das Lernen und die soziale Integration organisieren. Die Schülerinnen und Schüler, die in diese Programme aufgenommen werden, können in getrennte oder in integrierte Klassen innerhalb der Bildungseinrichtungen eingeteilt werden. Sie werden von den Lehrkräften der Regeleinrichtungen unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler haben individuelle Entwicklungspläne, die von ihnen und ihren Eltern unterzeichnet werden. Die Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig geprüft und die Ergebnisse der Prüfungen fließen in die individuellen Entwicklungspläne ein.

Die Programme weisen gute Resultate auf und die beteiligten Einrichtungen nehmen gerne daran teil – teils wegen des zusätzlichen Geldes, das sie dafür erhalten, und teils wegen der sozialen und pädagogischen Erfahrung, die auch für die Regelschüler der Sekundarschuleinrichtungen gut ist. In externen Evaluierungen wurden sie ebenfalls für erfolgreich befunden. 

Für schulabbruchgefährdete, benachteiligte und mehrfach benachteiligte Schülerinnen und Schüler in Sekundarschulen wird eine komplexe Unterstützung bereitgestellt, um Schulabbrüche zu verhindern, ihr Qualifikationsniveau zu erhöhen und ihren Übergang zwischen verschiedenen Schulstufen zu unterstützen. Die Maßnahme trägt systematisch zu den Zielen bei, die im Rahmen der (aus Präventions- und Interventionsmaßnahmen bestehenden) Strategie zur Verhinderung von vorzeitigen Schulabbrüchen festgelegt wurden.

Das Arany-János-Talentförderungsprogramm (AJTFP) für benachteiligte Schülerinnen und Schüler zielt darauf ab, den Kindern der ärmsten Eltern mit den niedrigsten Bildungsqualifikationen die erfolgreiche Absolvierung einer Vollzeit-Sekundarschulbildung zu ermöglichen, damit sie eine Hochschulbildung wahrnehmen können.

Das Arany-János-Schülerwohnheim-Förderprogramm (AJFBFP) für schutzbedürftige Schülergruppen – mehrfach benachteiligte Schülerinnen und Schüler, Schülerinnen und Schüler mit gering qualifizierten Eltern bzw. Eltern mit niedrigem Familieneinkommen sowie Schülerinnen und Schüler, die sich in Betreuung befinden – hat zum Ziel, diese Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, einen Sekundarschulabschluss (Matura) zu erreichen und erfolgreich in den Arbeitsmarkt oder in die Hochschulbildung einzusteigen, also mithilfe der Mittel und Methoden von Schülerwohnheimen den tertiären Bildungsweg zu beschreiten.

Das Arany-János-Berufsbildungsprogramm (AJVTP) für mehrfach benachteiligte Schülerinnen und Schüler zielt darauf ab, denjenigen Schülerinnen und Schülern den Erwerb einer marktfähigen Qualifikation zu ermöglichen, die ohne eine Beteiligung an diesem Programm nur äußerst geringe Chancen hätten, eine Qualifikation zu erwerben. Monitoring-Ergebnissen zufolge liegt die Abbrecherquote beim AJVTP unter dem nationalen Durchschnitt (13 %).

Mehr als 4000 mehrfach benachteiligte Schülerinnen und Schüler nehmen an den Programmen teil.

Die Umsetzung steht auch mit der Jugendgarantie in Zusammenhang. Die im Jahr 2014 durchgeführte quantitative Prüfung der Wirksamkeit des Programms ergab unter anderem, dass ohne das Programm 23 % der Schülerinnen und Schüler im AJTFP keine Sekundarschulbildung absolviert hätten, 24 % der Schülerinnen und Schüler im AJFBFP keine Sekundarschule mit allgemeinem oder beruflichem Bildungsabschluss, sondern eine Berufsschule besucht hätten, und 28 % der Schülerinnen und Schüler im AJVTP womöglich ihre Schulbildung überhaupt nicht fortgesetzt hätten.

Art
Praxis
Land
Ungarn
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Secondary
Interventionsebene
Gezielt
Intensität der Intervention
Laufend
Finanzierungsquelle
Nationalregierung