TEIP – Programm für prioritäre Interventionen im Bildungsbereich

Das Hauptziel des portugiesischen Programms TEIP (Territórios Educativos de Intervenção Prioritária) ist die Förderung der Bildungsintegration in Schulen in benachteiligten Gebieten. Darunter fallen auch Kinder, die „von sozialer Ausgrenzung bedroht“ sind. Es werden konkrete Pläne entwickelt, um im jeweiligen Schulverband einen Verbesserungszyklus anzuregen.

Das „Programm für prioritäre Interventionen im Bildungsbereich“ wurde im Jahr 1996 ins Leben gerufen, mit dem Hauptziel, die Bildungsintegration in Schulen in benachteiligten Gebieten zu fördern. Darunter fallen auch Kinder, die „von sozialer Ausgrenzung bedroht“ sind. Eine zweite Version des Programms wurde ab 2006 umgesetzt, mit dem Ziel, vorzeitige Schulabbrüche zu reduzieren und Bildungserfolge zu fördern. Im Jahr 2012 startete eine dritte Version, im Rahmen derer die Ziele der zweiten Version verstärkt und die Qualität der Lernergebnisse in den Mittelpunkt gestellt wurden.

Aktuell umfasst das Programm 137 Schulverbände, die 17 % aller portugiesischen Schulverbände ausmachen. Diese Schulen sind alle eingeladen, auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Schule und den Schulbehörden konkrete Verbesserungspläne für Maßnahmen, Ziele, die Evaluierung und zusätzliche Ressourcen auszuarbeiten.

Diese spezifischen Verbesserungspläne decken die folgenden vier verschiedene Bereiche ab: 1) die Unterstützung der Verbesserung von Lernergebnissen; 2) die Verwaltung und Organisation der Verbandsmaßnahmen; 3) die Prävention von vorzeitigen Schulabbrüchen, Fehlzeiten und Disziplinlosigkeit und 4) die Beziehungen zwischen der Schule, den Familien und der Gemeinschaft.

Die Schulen können zwar strategische Maßnahmen in den vier genannten Bereichen entwickeln, müssen jedoch nicht alle in den konkreten Verbesserungsplan aufnehmen. Die Methodik des Programms besteht darin, in jedem Verband einen Verbesserungszyklus anzuregen. Der Verbesserungszyklus sollte die Erhebung relevanter Daten beinhalten, damit die Schule Probleme und kritische Punkte identifizieren und dann den Zielen entsprechend Strategien entwickeln kann. Die strategische Maßnahme setzt einen Prozess der Etablierung verschiedener Methoden voraus, wie zum Beispiel die Festlegung von Zielen und Indikatoren sowie Monitoring und Selbstevaluierung. Auf der Grundlage einer Reflexion über den Prozess und die Ergebnisse entscheiden die Verbände dann, ob Änderungen an der strategischen Maßnahme vorgenommen werden müssen.

Die meisten Schwierigkeiten, die bei den Verbänden im Hinblick auf den Planungsprozess aufgetreten sind, hingen mit Fragen der Priorisierung zusammen. Obwohl die kritischen Punkte leicht zu identifizieren sind, ist es schwierig, einen strategischen Plan zu entwerfen, wenn es im Verband keine gemeinsame Vision gibt. Die Auswahl und kontinuierliche berufliche Weiterbildung der Leitungskräfte ist daher von entscheidender Bedeutung. Die Leitungskräfte sind dafür verantwortlich, eine gemeinsame Vision und gemeinsame Ziele in der Schulgemeinschaft zu fördern. Die Förderung einer gemeinsamen Vision in Schulen ist entscheidend, damit Lehrkräfte Beziehungskompetenzen und die Fähigkeit, in Teams mit anderen Fachkräften sowie mit Interessenvertretern der Gemeinschaft im weiteren Sinn zusammenzuarbeiten, entwickeln können.

Die am TEIP-Programm teilnehmenden Verbände übermitteln jedes Jahr einen Halbjahresbericht und einen Abschlussbericht an die Generaldirektion für Bildung. Der Halbjahresbericht enthält eine Zusammenfassung der relevanten Daten des ersten Semesters, eine Überprüfung der bis dahin erzielten Ergebnisse und eine mögliche Änderung der Maßnahmen entsprechend den Bedürfnissen. Der Abschlussbericht ist nicht nur ein wichtiges Tool für die Auswertung und Entscheidungsfindung auf Verbandsebene, sondern auch für die Evaluierung des Programms als Ganzes auf nationaler Ebene. Dieses Tool umfasst eine eingehende Analyse der Ergebnisse in mehreren Programmbereichen, die Evaluierung der erreichten Ziele, Ergebnisse und Prozesse sowie eine Evaluierung der Misserfolge und Verbesserungsmaßnahmen.  

Die Umsetzung des Programms wird durch nationale Treffen, Treffen zwischen der Generaldirektion für Bildung und Verbänden (DGE), Mikronetzwerke und Netzwerke aus Bildungsexperten unterstützt.

Art
Praxis
Land
Portugal
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Pre-school; Primary; Secondary
Interventionsebene
Gezielt
Intensität der Intervention
Laufend
Finanzierungsquelle
Europäische Finanzhilfen; Nationalregierung