RAHMEN FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT LOKALER INTERESSENTRÄGER

In Systemen mit einem hohen Grad an Schulautonomie wie in Flandern arbeitet das flämische Bildungsministerium daran, einen Rahmen mit klaren Richtlinien für Schulen und lokale Behörden (die für die Schulbildung zuständig sind) für die Etablierung lokaler Netzwerke für die Zusammenarbeit zu schaffen. Die Hauptvoraussetzungen für eine gute lokale Zusammenarbeit sind klare Rollen und Aufgaben, realistische Ziele, die Einbeziehung aller Interessenträger und die Entwicklung lokaler Maßnahmen.

Der erste Schritt zum Aufbau eines effektiven Netzwerkes aus lokalen Interessenträgern besteht darin, alle Interessengruppen in der Region zu erfassen, damit die Rollen und Aufgaben definiert werden können. Dies verschafft den Schulen und allen anderen lokalen Interessenträgern Klarheit darüber, wer welche Art von Unterstützung bereitstellen kann, wer Verantwortung übernehmen kann und wie sie einen Beitrag zur lokalen Bekämpfung von Schulverweigerung und vorzeitigen Schulabbrüchen leisten können. Während dieses Schrittes ist es auch wichtig, festzulegen, wer die Leitung bei der Festlegung des lokalen Rahmens und der Zusammenführung aller Interessenträger an einen Tisch übernimmt.

Der zweite Schritt besteht darin, die gemeinsamen Ziele mit allen lokalen Interessenträgern zu definieren. Alle am Tisch werden eingeladen, die Ziele zu erörtern, die sie festlegen möchten. Die Ziele sollten realistisch sein. Es ist besser, sich auf einige Ziele zu konzentrieren, als zu ehrgeizig zu sein. Jedes Ziel muss mit einem Indikator und einer Frist einhergehen.

Der dritte Schritt besteht darin, sich über die Verpflichtungen zu einigen. Wer kann welche Verpflichtung übernehmen, um welche Ziele zu realisieren und wie? Welche Maßnahmen sind nötig und wer ist für deren Umsetzung verantwortlich? In diesem Abschnitt basieren die Leitlinien auf den EU-Dokumenten zum Thema vorzeitiger Schulabgang und dem flämischen Aktionsplan zur Verringerung von vorzeitigen Schulabbrüchen; sie befassen sich mit den Themen Prävention, Intervention, Kompensation und Monitoring.

Der letzte Schritt betrifft Vereinbarungen über die Evaluierung und das Monitoring. Wie wird die Umsetzung des lokalen Aktionsplans evaluiert? Wie viele Male im Jahr treffen sich alle Interessenträger? Wie erstatten sie sich gegenseitig Bericht?

Am Ende der Übung wurde deutlich, dass die lokalen Interessenträger neben diesem Instrument des lokalen Rahmens Anregungen für die Art von Vereinbarungen, die sie treffen können, für bewährte Verfahren bei der Bekämpfung früher Schulabgänge und für die Bestimmung der Zielgruppe der frühen Schulabgänger suchten. Aus diesem Grund wird derzeit ein Ratgeber entwickelt, der als Inspirationsquelle dienen und den lokalen Interessenträgern helfen soll, das Rahmenwerk in die Praxis umzusetzen.

Die Übung hat gezeigt, dass lokale Partner eine lokale Strategie und einen Aktionsplan gegen vorzeitige Schulabbrüche bereitstellen müssen, einschließlich klarer Rollen und Aufgaben für alle Interessenträger, realistischer Ziele mit Prioritäten, Vereinbarungen über Verpflichtungen in Bezug auf die Umsetzung der Ziele sowie klarer Entscheidungen in Bezug auf die Evaluierung und das Follow-up der Umsetzung verschiedener Maßnahmen.

Dennoch erweist es sich als schwierig, den Rahmen in die Praxis umzusetzen. Die lokalen Behörden sind verpflichtet, die Führungsrolle zu übernehmen; es ist aber nicht sicher, dass sie die besten Partner hierfür sind und diese bereitwillig ohne zusätzliche Finanzmittel übernehmen. Was sollen die Schulen also tun? In Flandern sind die Schulen traditionell sehr unabhängig und autonom; sie sind es nicht gewohnt, externe Partner auf ihr Schulgelände zu lassen. Das langfristige Ziel dieses Instruments besteht jedoch darin, alle lokalen Partner zu mobilisieren und gemeinsam gegen vorzeitige Schulabbrüche vorzugehen.

Art
Praxis
Land
Belgien
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Pre-school; Primary; Secondary
Interventionsebene
Gezielt; Individuell; Universell
Intensität der Intervention
k. A.
Finanzierungsquelle
Lokale Finanzierung; Nationalregierung

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