LYCAM – Maßnahme zur Prävention früher Schulabgänge in Frankreich

Die Maßnahme LYCAM (Le lycee, ça m‘intéresse) in Frankreich wird von Beratungslehrkräften und Schulpsychologen als Hilfsmittel eingesetzt, um frühe Schulabgänge zu verhindern. LYCAM basiert auf einem Fragebogen mit präventivem Zweck, der eine frühzeitige Identifizierung von Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Schule abbrechen. Die Maßnahme ermöglicht außerdem ein entsprechendes Vorgehen in Abhängigkeit von der Art der benötigten Unterstützung.

Die LYCAM-Maßnahme wurde in den 1990er-Jahren in Kanada entwickelt und trat in Frankreich Anfang der 2000er-Jahre in Erscheinung. Mehrere Bildungsbehörden („Akademien“) machten sich die Maßnahme zu eigen. Sie wird in vielen Einrichtungen von Beratungslehrkräften und Schulpsychologen als Hilfsmittel eingesetzt, um frühe Schulabgänge zu verhindern.

LYCAM basiert auf einem Fragebogen mit präventivem Zweck. Dieser ermöglicht eine frühzeitige Identifizierung von Schülerinnen und Schülern der oberen Sekundarstufe, die mit großer Wahrscheinlichkeit von der Schule abgehen, und ein entsprechendes Vorgehen in Abhängigkeit von der Art der benötigten Unterstützung. Der Fragebogen wurde auf der Grundlage von sieben Dimensionen erstellt:

  • der Einstellung der Familie gegenüber der Schule (Rolle der Familie bei der Schulbildung ihrer Kinder);
  • der Schulprojekte (Projekte im Zusammenhang mit Unterrichtsinhalten, Interesse an der Schule, Anspruchsniveau);
  • der schulischen Leistung (Selbstevaluierung durch die Schülerin bzw. den Schüler, was sein bzw. ihr Leistungsvermögen für Schularbeiten und akademische Leistungen anbelangt);
  • des Selbstvertrauens (im Verhältnis zum schulischen Erfolg);
  • der Fehlzeiten (Einstellung und Verhalten, was die Teilnahme am Unterricht, die Akzeptanz bzw. Nichtakzeptanz der Sekundarschulregeln betrifft);
  • des Unterstützungsbedarfs seitens der Lehrkräfte (Qualität der Beziehungen zwischen den Schülerinnen bzw. Schülern und dem Lehrpersonal) und
  • des Interesses an der Schule (das Interesse der Schülerin bzw. des Schülers an ihrer Bildung und am Schulleben).

Das Ausfüllen des Fragebogens nimmt 20-30 Minuten in Anspruch. Der Zweck dieser Datenerhebung besteht darin, einen Einblick in die Schwierigkeiten, Motivation und persönlichen Ansichten zu erhalten, die Schülerinnen und Schüler der oberen Sekundarstufe im Zusammenhang mit der Schule haben. Die Diagnose kann individuell oder kollektiv erfolgen. Der Schulpsychologe ist als Sachverständiger bei der Analyse der Ergebnisse uneingeschränkt beteiligt.

Dieses Tool hat den Vorteil, dass der Schwerpunkt der Fragen auf Faktoren liegt, die in direktem Zusammenhang mit dem Schulkontext stehen. Die Antworten sind daher für das Schulpersonal unmittelbar relevant.

Durch die Befragung werden die Schülerinnen und Schüler dazu veranlasst, über die Intensität ihrer Gefühle und über eigene Lösungen nachzudenken. Es handelt sich um ein Tool zur Bestimmung der Position der Schülerin bzw. des Schülers im Kontext des Schullebens. Es handelt sich nicht um ein Tool zur Bewertung des Niveaus ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern um eine Ergänzung der bereits bestehenden Maßnahmen.

Auf der Grundlage der jeweiligen Ergebnisse werden Abhilfemaßnahmen wie etwa Diskussionsgruppen oder Unterstützungsworkshops durchgeführt.

Art
Praxis
Land
Frankreich
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Secondary
Interventionsebene
Gezielt
Intensität der Intervention
Laufend
Finanzierungsquelle
Nationalregierung