POTHOLES – INITIATIVE FÜR ELTERLICHES ENGAGEMENT IN IRLAND

Die Initiative POTHOLES ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Schulen in Irland marginalisierten Familien über die traditionellen, formalen Methoden des Engagements hinaus eine helfende Hand reichen. Die Initiative POTHOLES wurde im Januar 2011 gegründet, um Eltern unterschiedlicher Herkunft und Kultur zu helfen, andere Eltern aus ihrer Schule und ähnlichen Schulen zu treffen und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen. Ein wichtiges Ziel besteht darin, Eltern einzubeziehen, die sich vielleicht isoliert fühlen oder mit dem Schulsystem nicht vertraut sind, sie stärker an den Aktivitäten und Entscheidungen der Schule zu beteiligen und sie an eine Reihe von Lernmöglichkeiten heranzuführen.

In diesem Fall handelt es sich um eine Gruppe, die im Januar 2011 durch die Koordinatoren des Programms „Home School Community Liaison“ (HSCL) der drei Sekundarschulen in West Tallaght zusammengeführt wurde: der Killinarden Community School, des Mount Seskin Community College und der St. Aidan’s Community School. 

Die Gruppe führt alle vier bis sechs Wochen Touren für Eltern in Gebiete von historischem, sozialem oder politischem Interesse durch. Die Touren werden vollständig durch das HSCL-Budget finanziert. Jede Schule bringt in der Regel acht bis zehn Eltern mit. Die Touren sind normalerweise Halbtagestouren, damit die Eltern rechtzeitig wieder zurück sind, um ihre jüngeren Kinder von der Schule abzuholen. Die Reiseziele müssen innerhalb einer Stunde Fahrtzeit ab Tallaght erreichbar sein. Am Ende des Jahres wird eine aufwendigere Tagestour organisiert. Als Abschluss des Ausfluges wird in der Regel ein leichtes Mittagessen angeboten. Im Rahmen jedes Ausflugs gibt es eine Führung, und die Eltern erhalten Hintergrund- oder Geschichtsinformationen und Lesematerial, das sie mit nach Hause nehmen können.

POTHOLES wurde 2012 mit dem „Social Inclusion Award“ des South Dublin County ausgezeichnet. Es haben bereits 17 Touren stattgefunden, meist zu Museen oder anderen Kultur- und Naturschauplätzen.

Ziele und Resultate der Gruppe

  • Es werden angenehme und wohlverdiente Ausflüge für vielbeschäftigte Eltern angeboten.
  • Eltern unterschiedlicher Herkunft und Kultur wird geholfen, andere Eltern aus ihren eigenen oder ähnlichen Schulen zu treffen und Erfahrungen mit ihnen auszutauschen.
  • Alle Eltern können andere Eltern zum nächsten Ausflug einladen (insbesondere Eltern, die sich isoliert, niedergeschlagen oder allein fühlen) und sie über die Vorteile der Gruppe informieren.
  • Es wird eine vergnügliche und entspannte Lernumgebung für Erwachsene geboten.
  • Die Eltern werden an weitere Möglichkeiten und Initiativen herangeführt, die die Schulen gegebenenfalls anbieten.
  • Die Eltern können ihre Kinder zu den Orten bringen, die sie im Rahmen von POTHOLES besucht haben, sowie Lehrkräfte bei der Durchführung von Bildungsausflügen mit Schülerinnen und Schülern begleiten und unterstützen.
  • Es wird eine Kerngruppe aus Eltern der Sekundarschule Tallaght gebildet, um andere Elternaktivitäten zu organisieren.
  • Die Eltern erhalten die Möglichkeit, wenn sie dies möchten, eine formale Bildung zu beginnen oder abzuschließen.
  • Im Rahmen von POTHOLES haben Schulen die Möglichkeit, eine Gruppe von Eltern für Konsultationen, Hilfe bei der Gründung von Ausschüssen oder die Einholung von Ratschlägen zu bilden.
  • POTHOLES stärkt das Vertrauen der Eltern im Hinblick auf die Kontaktaufnahme/den Umgang mit der Schule und sorgt für positivere Ergebnisse bei der Schulbildung ihrer Kinder.

 

Die Zukunft

Diese Gruppe ist ein überwältigender Erfolg. Die Eltern lieben die Ausflüge, und jedes der Ziele ist für viele Eltern bereits zu einem greifbaren Ergebnis geworden. Die Eltern sind animiert und in jeden Aspekt der Gruppe involviert, und kaum jemand verpasst jemals einen Ausflug. Die Mitglieder sagen klar, dass sie auf angenehme und einfache Weise lernen. Sie vernetzen sich und tauschen Informationen in Bezug auf Unterstützungsmöglichkeiten, Dienste und soziale Möglichkeiten in der Gemeinschaft aus. Einige Eltern behaupten sogar, die Gruppe habe ihr Leben verändert. Viele Eltern treffen sich inzwischen wöchentlich in der Schule, um gemeinsam Tee zu trinken und sich zu unterhalten.

Die Eltern kümmern sich nun um die Leitung und Organisation der Gruppe. Darüber hinaus haben sie begonnen, sich wöchentlich zu treffen, um ein Projekt aus Bildern und Worten zusammenzustellen, mit dem die Geschichte, Funktionsweise und die Vorteile der Gruppe für ihre Mitglieder zusammengefasst werden sollen. Viele Eltern haben im Rahmen dieser Aktivität erklärt, dass sie zum ersten Mal seit Jahren geschrieben und offen mit anderen Eltern über ihr Leben gesprochen haben. Die Gruppe stellt für viele Eltern auch eine Plattform dar, um Zugang zu anderen Kursen, Aktivitäten, Ausschüssen, Diensten oder Möglichkeiten in der Schule oder in den Gemeinschaften, denen sie angehören, zu erhalten.

Die Schulen geben derzeit zusammen rund 900 EUR jährlich für diese Ausflüge aus. Dieses Modell könnte in jedem Bereich funktionieren; es ist einfach und von großem Nutzen für den Einzelnen, die Familien, die Gemeinschaft und die Schulen.

Art
Praxis
Land
Irland
Sprache
BG; CZ; DA; DE; EL; EN; ES; ET; FI; FR; HR; HU; IT; LT; LV; MT; NL; PL; PT; RO; SK; SL; SV
Schulebene
Secondary
Interventionsebene
Gezielt
Intensität der Intervention
Laufend
Finanzierungsquelle
Nationalregierung