Den Wert des informellen Lernens erkennen

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Informelle Bildung bezieht sich auf Lernprozesse, die außerhalb der im Lehrplan vorgeschriebenen Lehr- und Lernzeit stattfinden. Sie kann in der Schule, in außerschulischen Einrichtungen und außerhalb der formellen Bildung, z. B. Beispiel in Sportvereinen, stattfinden. Da die Ziele der informellen Bildung breit gefächert und vielfältig sind, sind die verschiedensten Lernaktivitäten denkbar. In diesem Artikel werden drei erfolgreiche europäische Initiativen vorgestellt, die informelles Lernen beinhalten.

Informelle Aktivitäten für inklusive Schülergruppen

Kinder, die sich an informellen schulischen Aktivitäten beteiligen

Informelle Aktivitäten für inklusive Schülergruppen – „Non4mal 4 All“ war ein über Erasmus+ finanziertes Projekt, an dem sechs Länder (Estland, Ungarn, Norwegen, Portugal, Rumänien und die Türkei) beteiligt waren und das von 2016 bis 2018 stattfand. Dieses Projekt befasste sich mit der Herausforderung der Inklusion von Schülern/-innen mit Behinderungen an Regelschulen. In vielen Fällen beschränkte sich der Schulbesuch dieser Schüler/innen nur auf ihre physische Anwesenheit und sie waren vom sozialen Leben an der Schule meist ausgeschlossen. Bei dem Projekt „Non4mal 4 All“ lernten die Lehrkräfte, wie sie angepasste Spiele sowie informelle und außerschulische Aktivitäten einsetzen können, um alle Schüler/innen ungeachtet eines besonderen Förderbedarfs in die Gruppenaktivitäten einzubeziehen. Auf diese Weise sollten mit dem Projekt Schulversagen und Schulabbrüche bekämpft und die Fähigkeit der Lehrkräfte verbessert werden, mit einer heterogenen Gruppe von Schüler/innen umzugehen.

Die Projektziele waren:

  • Erstellung eines Kurses für Lehrkräfte zum Einsatz informeller Aktivitäten für heterogene Gruppen von Schülern/-innen
  • Schulung von mindestens 25 Lehrkräften aus jedem Partnerland im Einsatz informeller Aktivitäten und inklusiver Spiele sowie Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen zur Unterstützung eines inklusiven Umfelds an Schulen über die Teilnahme von 60 Lehrerinnen und Lehrern an Fortbildungsveranstaltungen
  • Erstellung eines Best Practices-Leitfadens, um andere zur Umsetzung dieser Strategie zu inspirieren

Mehr zu den Ergebnissen des Projekts sowie seiner beeindruckenden Wirkung finden Sie auf der Website.  

Youth Work eLearning Partnership

Youth Work eLearning Partnership (YWeLP) war ein über Erasmus+ finanziertes Projekt zwischen fünf Ländern (Australien, Estland, Finnland, Irland und Nordirland), das von 2017 bis 2019 durchgeführt wurde. Das Projekt wurde von der Maynooth University in Irland koordiniert, mit Partnern an der Humak-Universität für angewandte Wissenschaften in Finnland, der Universität Tallinn in Estland, der Ulster University in Nordirland und der Victoria University in Australien. Jede der Partneruniversitäten bot eine professionelle Aus- und Weiterbildung in der Jugendarbeit in ihrem jeweiligen Land an.

Die Prämisse von YWeLP war, dass Organisationen der Jugendarbeit und Universitäten, die Studiengänge für Jugendarbeit anbieten, sich gegenseitig unterstützen, zusammenarbeiten und voneinander lernen können, um eine qualitativ hochwertige Jugendarbeit zum Wohle junger Menschen zu fördern und aufrechtzuerhalten. Das Endprodukt von YWeLP war die Website Youthworkandyou.org, die zur Qualität der Jugendarbeit beiträgt, indem sie ehrenamtlichen, professionellen und studentischen Mitarbeitern/-innen in diesem Bereich Zugang zu E-Learning-Materialien bietet, um ihre Kompetenz für eine effektive Jugendarbeit weiterzuentwickeln.

Positive Relationships Open Tangible Opportunities for New Developments

Gruppenfoto des Projekts Positive Relationships Open Tangible Opportunities for New Developments

Positive Relationships Open Tangible Opportunities for New Developments war ein weiteres über Erasmus+ finanziertes Projekt, das zwischen 2016 und 2018 in Estland durchgeführt wurde. Die Zielgruppe waren hauptsächlich junge Menschen im Alter von 14 bis 30 Jahren. Ehrenamtliche Initiativen des Projekts standen und stehen jedoch Menschen aller Altersgruppen zur Verfügung. Körperlich behinderte Jugendliche wurden dabei besonders berücksichtigt. Ziel des Projekts war es, einen Raum für den Dialog zwischen der Jugend und dem privaten und dem staatlichen Sektor zu schaffen, mit besonderem Augenmerk auf Europa und Mexiko/Zentralamerika. Einige der Prioritäten des Projekts:

  • Anerkennung des informellen Lernens als wesentliches Element in der formellen Berufslaufbahn junger Menschen
  • Verbesserung der Fähigkeiten junger Menschen durch die Beschäftigung mit informellen Lernaktivitäten
  • Anerkennung des informellen Lernens durch formelle Bildungseinrichtungen, Marktakteure und staatliche Institutionen

Die Ziele wurden durch die Schulung von Jugendlichen, Job Shadowing und Jugendkonferenzen erreicht und ein Handbuch über formelle/informelle Interaktionen wurde verfasst. Weitere Informationen finden Sie auf der Website.

Aktuelle und frühere von der EU finanzierte Projekte zur schulischen Bildung finden Sie auf der Erasmus+ Plattform mit Projektergebnissen.