Lernräume und innovative Gestaltungskonzepte

Image: Eric Dinardi

Unter einem „Lernumfeld“ versteht man einen räumlichen Bereich, in dem gelernt wird, aber bei sinnvoller Gestaltung kann auch der Bereich selbst zum Lernen anregen. Nicht immer passt ein Konzept mit Fluren und aneinandergereihten Klassenzimmern – die Tischreihen enthalten – zur Vision der Schule. Die folgenden Projekte zeigen bemerkenswerte Alternativen.

EDUSPACES21: Lernumfelder des 21. Jahrhunderts

Um den Vorgaben und Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden, brauchen Schulen moderne Klassenzimmer. Doch gleichzeitig müssen sie auch in größeren Kategorien denken lernen. Das Projekt Educational Spaces 21. Open Up! beleuchtet das Thema Lernumfelder unter verschiedenen Gesichtspunkten: dem physikalischen Raum (Architektur und Ausstattung), dem virtuellen Raum (Online-Lernen) und dem sozialen Raum (Schul- und Community-Netzwerke).

Painting the school walls

Bild: Michał Kaniewski

Noch immer zeigen die meisten Schulen in Europa ein ähnliches Erscheinungsbild, doch die Lernressourcen von EDUSPACES21 machen deutlich, welch enormes Potential für Diversifizierung in der räumlichen Gestaltung liegt. Von Rodowo Males Themenlaboren bis hin zu Podmokles Konzept eines von Schülern geleiteten Unterrichts bieten die Handbücher des Projekts viele Anregungen und Inspirationen. Die einzelnen Bände zu den drei genannten Themenbereichen sind auf Englisch, Polnisch, Deutsch und Schwedisch verfügbar. Sie bieten, ebenso wie der Projekt-Blog, einen Überblick über grundlegende Konzepte, bewährte Praxisbeispiele und erprobte Empfehlungen aus ganz Europa. Sie enthalten außerdem Hinweise zu den Anforderungen im Hinblick auf Zeit, Finanzierung und Verantwortlichkeiten, um Schulen dabei zu unterstützen, ihre Lernräume neu zu gestalten und „zu öffnen“. Um es mit den Worten von Piotr Kozak and Marcin Polak zu sagen: „Wenn wir unsere Kinder auf das Leben im 21. Jahrhundert vorbereiten wollen, wie können wir dann annehmen, die Schule des 19. Jahrhunderts sei der richtige Weg?“

Reading cave

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Bild: Vittra Telefonsplan, Stockholm / Marcin Polak

EDUSPACES21 war eine Strategische Partnerschaft im Rahmen von Erasmus+ zwischen drei Ländern: Deutschland, Polen und Schweden. Sie bestand von 2014 bis 2016 und wurde als Erfolgsgeschichte und gutes Praxisbeispiel ausgezeichnet.

eSGarden: Schulgärten für Bürger der Zukunft

Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit, Umweltschutz – sogar abstrakte Begriffe wie diese lassen sich durch Lernräume vermitteln. Auf dieser Grundlage hat das Projekt eSGarden Lehrkräfte und SchülerInnen damit beauftragt, ökologische Schulgärten anzulegen. Zu diesem Zweck wurde ein virtuelles Umfeld geschaffen, in dem Lehrkräfte die physikalische Welt (Gärten und nichtformale Aktivitäten) mit der digitalen Welt (Daten und Informationen) verknüpfen können und den SchülerInnen wichtige IKT-Kompetenzen vermittelt werden. Die Gärten fördern auch das Gemeinschaftsgefühl, das Entstehen sozialer Netzwerke und die Einbeziehung sowohl formaler als auch nicht-formaler Bildungseinrichtungen.

Schließlich soll das Projekt zur Entwicklung einer neue Methodik beitragen, bei der die Gärten in die Lehrpläne von Grund- und weiterführenden Schulen in einem Querschnittsprogramm integriert werden, das IKT-Kompetenzen, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Ernährung und andere Themen in den Fokus nimmt. Außerdem soll eine offene digitale Bibliothek entstehen, mit deren Hilfe Informationen zu den Gärten visualisiert und verwaltet werden können, sowie ein Buch über Schulgärten und ein MOOC.

Ecological school gardens

eSGarden ist eine Strategische Partnerschaft im Rahmen von Erasmus+ zwischen fünf Ländern: Griechenland, Portugal, Rumänien, Slowenien und Spanien. Sie läuft seit 2018 und endet voraussichtlich 2021.

MakEY: Makerspaces in der frühkindlichen Bildung

Ein weiteres Lernumfeld, das immer mehr Beachtung findet, ist der sog. Makerspace, ein Bereich, in dem SchülerInnen mit speziellen Hilfsmitteln wie Elektronik, Laserschneidgeräten und 3D-Druckern Objekte erstellen können. Bisher wird das Konzept jedoch kaum im Vorschulbereich (3-8 Jahre) angewandt, wo die Förderung von digitalen Kompetenzen allgemein wenig Beachtung findet. MakEY hat diese Forschungslücke geschlossen.

Mediaplay workshop in Mejsen

Bild: Mediaplay-Workshop, Kindertagesstätte Mejsen, Aarhus

Bei diesem Projekt haben Mitarbeiter von Makerspaces gemeinsam mit Vertretern wissenschaftlicher Institutionen die Vorteile und Herausforderungen von Makerspace-Workshops sowohl im formalen Bildungskontext (Kindertagesstätten und Schulen) als auch in nicht-formalen Einrichtungen (Museen und Bibliotheken) erarbeitet. Im Zuge des Projektes entstand eine Fülle von Ressourcen für jede Zielgruppe: Pädagogen, Bibliotheken und außerschulische Angebote, Museen, Gruppen und Vereine sowie Kreative, außerdem allgemeine Informationen. Die teilnehmenden Länder haben ebenfalls eigene Initiativen gestartet und ein eigener Projekt-Blog informiert aktuell über weltweite Makerspaces.

Virtual reality

Bild: Virtuelle Welt, die im Rahmen des MakEY-Projekts erstellt wurde

MakEY war ein im Rahmen von EU Horizont 2020 gefördertes Projekt mit sieben teilnehmenden Ländern: Dänemark, Deutschland, Finnland, Island, Norwegen, Rumänien, Vereinigtes Königreich. Es startete 2017 und endete 2019.

 Weitere laufende und abgeschlossene von der EU geförderte Projekte in der schulischen Bildung finden Sie auf der Erasmus+-Projektergebnisplattform.