Die Investition in Lehrkräfte ist eine Investition in die Zukunft

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Seit einigen Jahren sieht sich der Lehrberuf immer größeren Herausforderungen ausgesetzt. Hierzu zählen Prestigeverlust, eine alternde Lehrerschaft und hohe Ausfallquoten unter Lehrkräften. Ein tieferes Verständnis der unterschiedlichen Herausforderungen und eine bessere Vorbereitung auf die Zukunft, wie gezielte Unterstützung am Anfang der Berufslaufbahn und Mentoring für Lehrkräfte und Leitungspersonen, kann zur „Stärkung und Aufwertung“ des Lehrberufs beitragen. Im Folgenden werden drei Lösungsansätze beschrieben.

Eine nähere Betrachtung von „Berufswegen im Lehramt“

Perspective of two people in tunnel

Der Lehrberuf wandelt sich, und viele Faktoren für diese Veränderung, wie bildungspolitische Entwicklungen und veränderte Arbeitsmarktbedingungen für Lehrkräfte, sind bisher kaum erforscht. Mit diesem Thema befasst sich als erste ihrer Art die systematische Vergleichsstudie Teachers Careers. Das Projekt untersucht Trends und Veränderungen in Bildungssektor und Arbeitsmärkten, die zu einer „Krise des Lehrberufs“ geführt haben. Seine Zielsetzung umfasst:

  • Trends der Lehrkräftepolitik auf nationaler und internationaler Ebene und ihre Folgen verstehen 
  • Die Abnahme von Status und Attraktivität des Lehrberufs verstehen
  • Die Verteilung von Lehrkräften innerhalb des Arbeitsmarkts untersuchen
  • Die Zukunftsfähigkeit des Berufs durch Prognosen zu Ausfallraten und Mobilität sichern

Teachers Careers wird gefördert im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 für Forschung und Innovation des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Alustavat Opetajat Toetav Kool: Neue Talente fördern

Alustavat Opetajat Toetav Kool

Aller Anfang ist schwer. Das gilt besonders für Berufseinsteiger im Lehramt, die in ihren ersten Berufsjahren oft ins kalte Wasser geworfen werden und nicht die notwendige Unterstützung erhalten. Zum Glück gibt es Initiativen wie Alustavat Opetajat Toetav Kool (Schule für neue Lehrkräfte), die nicht nur die Bedürfnisse von Berufseinsteigern analysieren und für ihre Herausforderungen sensibilisieren, sondern, wo dies notwendig ist, auch Ressourcen, Training und Unterstützung bieten.

Die gemeinnützige Initiative aus Estland arbeitet mit einem Netz aus Schulen, die sich zehn Grundprinzipien verschrieben haben. Diese wurden in Kooperation mit Lehrkräften, Leitungspersonen und anderen Bildungsakteuren erarbeitet und dienen als Richtlinie zum Aufbau eines Unterstützerkreises. Sie umfassen Coaching und Mentoring, den Austausch von Informationen und Ressourcen sowie Vorschläge zur Verteilung administrativer Aufgaben.

Seit Einführung des Programms im Jahr 2016 berichten Lehrkräfte von mehr Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und verbesserten Lehrkompetenzen. Aktuell umfasst das Netzwerk 85 Schulen in ganz Estland.

Die Nichtregierungsorganisation arbeitet in Kooperation mit der National Foundation of Civil Society und dem estnischen Bildungs- und Forschungsministerium und wurde 2017 durch das NULA-Innovationsprogramm gefördert.

Leitung lernen mit National Leadership Education for Principals aus Norwegen

Synergies for Better Learning

Die Schulleitung spielt im Schulleben eine zentrale Rolle, denn sie „prägt die Lernbedingungen“ für Lehrkräfte und Schülerschaft. Unter diesem Aspekt ist es äußerst wichtig, dass Führungspersonen an Schulen über die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Zu diesem Zweck hat Norwegen im Jahr 2009 die Initiative National Leadership Education Training for Principals ins Leben gerufen. Sie soll Führungspersonen auf ihre Arbeit vorbereiten und Unterstützung bieten. Geleitet wird sie von der Direktion für Aus- und Weiterbildung, die Inhalte und Anforderungen des Schulungsprogramms bestimmt. Die Schulungsmaßnahme konzentriert sich auf fünf Leitungsbereiche (Lernprozesse der Schülerschaft, Leitung und Administration, Kooperation und Organisationsentwicklung, Entwicklung sowie Leitungsfunktion und Wandel), die von National Leadership Education for School Principals definiert sind.

Das Programm besteht aus 30 Lerneinheiten, die über einen Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren belegt werden können. In ihnen lernen die Teilnehmenden praktische Leitungsarbeit (in Workshops), wenden das Gelernte an und reflektieren ihre Erfahrungen sowohl einzeln als auch mit Kolleginnen und Kollegen. In den ersten Jahren nahmen insgesamt 621 neue Schulleiterinnen und Schulleiter an dem Programm teil. Seither zeigen umfangreiche Auswertungsprogramme der Initiative, dass die Teilnehmenden in ihren Aufgaben sehr viel sicherer werden und von einer Veränderung von Führungsstil und -praxis berichten.

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie im Evaluierungsbericht des Projekts.

 Weitere laufende und abgeschlossene von der EU geförderte Projekte in der schulischen Bildung finden Sie auf der Erasmus+-Projektergebnisplattform.