Bildung für nachhaltige Entwicklung: Wie vermittelt man einen Lebensstil?

Bild: Ping198 / Adobe Stock

Unser heutiges Handeln hat Auswirkungen auf das Leben künftiger Generationen. Diese einleuchtende Aussage bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn man bedenkt, dass die natürlichen Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind und auf der Erde über sieben Milliarden Menschen leben. Bildungsprogramme für nachhaltige Entwicklung sollen durch eine Neuausrichtung im Bildungsbereich nachhaltige Lösungen für globale Probleme finden. Die folgenden drei Projekte leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Teaching in Europe: Freshwater Crisis

Forest and body of water

Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten im sprachlichen und kreativen Bereich fällt es häufig schwer, eine eigene Meinung zu äußern oder für Probleme eine Lösung zu finden. Das kann nicht nur zu Frustration und frühen Schulabgängen führen, sondern auch zu einem geringen Verständnis von wichtigen Umweltthemen wie Wasserknappheit.

Nur etwa 2,5 % der Wasservorräte der Erde sind Süßwasser, zwei Drittel davon sind in Gletschern gespeichert. Vielen Menschen fehlt bereits jetzt der Zugang zu Trinkwasser, dessen Gesamtverbrauch sich in den letzten hundert Jahren verzehnfacht hat.

Teaching in Europe: Freshwater Crisis wurde von sechs europäischen Schulen durchgeführt, die Ideen austauschten, wie sich das Thema Süßwasserkrise an Schulen vermittelt lässt und gleichzeitig Kompetenzen im sprachlichen und kreativen Bereich gefördert werden können. Kinder aus Deutschland, Tschechien, Rumänien, Schweden und der Türkei im Alter von 3 bis 18 Jahren konnten an zahlreichen altersgemäßen Aktivitäten teilnehmen. Dazu zählten:

  • Ausstellungen, Ratgeber, Präsentationen
  • Zeichnungen, Bildergeschichten, Weltkarten, Spiele
  • Sensibilisierungskampagnen und Wettbewerbe
  • Meinungen erarbeiten und reflektieren
  • Zusammenhänge durch Veranschaulichung erklären

Im Zuge des Projektes entstand ein Leitfaden für Betreuungspersonal und Lehrkräfte an Schulen und Kindergärten. Weitere Informationen zu den genannten Aktivitäten finden sich auf der Internetseite des Projekts.

Teaching in Europe: Freshwater Crisis war eine strategische Partnerschaft im Rahmen von Erasmus+, die von 2017 bis 2019 bestand. Sie wurde als Beispiel für gute Praxis ausgezeichnet.

Love Every Drop

School dressed in blue

Wenn Schülerinnen und Schüler ihre eigene Rolle beim Thema Umweltschutz erkennen, können sie aktive Bürgerinnen und Bürger werden, die verantwortungsvoll mit begrenzten natürlichen Ressourcen wie Wasser umgehen.

In dem Projekt Love Every Drop nutzten Lehrkräfte verschiedene schülerorientierte Ansätze und Lehrmethoden, um den Schülerinnen und Schülern die wichtige Bedeutung des Erhalts der Wasserressourcen auf lokaler und globaler Ebene zu vermitteln. Bei den Aktivitäten für 11- bis 14-Jährige entstanden unter anderem ein Brief an örtliche Behörden, eine Charta für „wasserbewusste“ Bürger und Schaubilder zur Wasserrückverfolgung.

Die Schülerinnen und Schüler kontrollierten regelmäßig ihren Wasserverbrauch zu Hause und in der Schule. Sie überwachten Wasserzähler und tropfende Wasserhähne und konnten dabei erkennen, dass das Verhalten des Einzelnen mit der Zeit eine große Wirkung haben kann. So wurden sie für eine verantwortungsvolle Wasserwirtschaft sensibilisiert und erarbeiteten in internationalen Teams Lösungen, bei denen sowohl lokale geographische Gegebenheiten als auch gemeinsame europäische Interessen berücksichtigt wurden.

Children washing their hands

Das Projekt war sowohl für die Schülerinnen und Schüler, die sich als globale Bürger begreifen konnten, als auch für Lehrkräfte, die fächerübergreifende Lernprogramme erstellten, ein voller Erfolg.

Love Every Drop war eine strategische Partnerschaft im Rahmen von Erasmus+ von sechs Schulen in Litauen, der Türkei, Italien, Portugal, der Slowakei und Ungarn. Sie bestand von 2017 bis 2019 und wurde als Beispiel für gute Praxis ausgezeichnet.

Peace Island

Peace island model

Wenn Schülerinnen und Schüler sich eine perfekte Welt ausdenken, fördert das nicht nur Kreativität und Einfallsreichtum, sondern lässt sie die Welt auch mit anderen Augen sehen. Bei dem Projekt Peace Island hatten Schülerinnen und Schüler aus sieben Ländern die Aufgabe, eine utopische Insel zu erstellen, deren Bewohner in Frieden und Einklang mit der Natur leben und auf ihre Gesundheit achten.

Im Rahmen des Projekts konnten die Schülerinnen und Schüler in ihren Schulen die Inseln auf praktische und abstrakte Weise gestalten. Während sich die Aktivitäten für jüngere Kinder vor allem auf selbst gemalte Bilder und Bastelarbeiten aus Pappe bezogen, nutzte die größere Altersgruppe Tools im Internet, um Logos und Flaggen mit Friedenssymbolen zu entwerfen oder digitale 3D-Modelle ihrer Inseln zu erstellen. Bei einer abstrakten Aufgabe konnten die Schülerinnen und Schüler aus ihren Reihen einen Bürgermeister bzw. eine Bürgermeisterin für ihre Insel wählen. Sie komponierten außerdem Nationalhymnen und überlegten, welche Berufe auf ihren Inseln gebraucht werden.

Weitere Beispiele finden Sie im TwinSpace des Projektes und in diesem digitalen Buch, das gemeinsam von den Partnerschulen erstellt wurde.

Peace Island war ein Projekt im Rahmen von eTwinning und lief von 2017 bis 2018. Beteiligt waren acht Schulen aus Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, der Ukraine und der Türkei.

 Weitere laufende und abgeschlossene von der EU geförderte Projekte in der schulischen Bildung finden Sie auf der Erasmus+-Projektergebnisplattform.

Sie überlegen, ein eigenes Schulprojekt zu starten, und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Lassen Sie sich inspirieren von dieser Kooperation zwischen Schulen in Europa.

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