Hacken von Online-Hassrede mit dem SELMA-Projekt

Image: SELMA

Online-Hassrede ist ein wachsendes Problem. Laut einer vom SELMA-Projekt (Social and Emotional Learning for Mutual Awareness) veröffentlichten aktuellen Studie ist Online-Hass zu einem unvermeidlichen Teil der alltäglichen Medienerfahrung junger Menschen geworden. Die meisten Jugendlichen haben eine grundlegende Vorstellung von Begriffen wie Redefreiheit oder Aufstachelung zum Hass und scheinen einige der Folgen zu begreifen, die Online-Hassrede haben kann. Neben gesetzlichen Regelungen und angemessenen Maßnahmen zur Überwachung und Meldung sind Sensibilisierung und Information jedoch nach wie vor dringend erforderlich.

SELMA ist ein von der Europäischen Kommission kofinanziertes Projekt, mit dem das Problem der Online-Hassrede durch Förderung von Verständnis, Toleranz und Respekt gegenüber anderen angegangen werden soll. Die SELMA-Partner glauben, dass Jugendliche zu Akteuren des Wandels in ihren Offline- und Online-Communities werden können.

Das SELMA-Toolkit als Hauptergebnis des SELMA-Projekts wird es Pädagogen und Fachleuten ermöglichen, diesem Ansatz gemäß mit 11- bis 16-jährigen Teenagern das Thema Hassrede zu behandeln.

Mit den Modulen des Toolkits werden Fragestellungen von Online-Hass unter drei verschiedenen Gesichtspunkten untersucht: Soziales und emotionales Lernen (SEL), Medienkompetenz und politische Teilhabe. Die Lehrkräfte können 100 Aktivitäten durchsuchen und die Materialien auswählen, die ihren Anforderungen am besten entsprechen. Die Materialien decken ein breites Spektrum an thematischen Fragestellungen ab, z. B.:

  • Was ist Online-Hassrede?
  • Was ist meine Rolle und was kann ich tun?
  • Wie können wir Veränderungen in unserer Community bewirken?
  • Wie können wir mit Online-Interessengruppen zusammenarbeiten, um die Welt zu verändern?

In das Element zur politischen Teilhabe ist ein „Aufruf zum Handeln“ integriert, um letztlich Veränderungen herbeizuführen. Er beginnt mit der Frage „Na und?“ Es reicht nicht aus, das Thema nur zu untersuchen und zu verstehen. Als Bildungsgemeinschaft und Gesellschaft müssen wir gemeinsam mit jungen Menschen etwas dagegen tun.

Das Toolkit befindet sich derzeit in der Entwicklung, wird aber unter www.hackinghate.eu in diesem Frühjahr verfügbar sein.