Sich selbst in den Mittelpunkt der Bildung stellen: Lernkompetenz

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Die Schlüsselkompetenz „Personelle Kompetenz, soziale Kompetenz und Lernkompetenz“ (PSL) wird mittlerweile aufgrund des engen Zusammenhangs mit Wohlbefinden und Inklusion von europäischen Lehrkräften und Stakeholdern stärker wahrgenommen. Mit dem Monatsschwerpunkt „personalisiertes Lernen“ werfen wir einen genaueren Blick auf das Element „Lernkompetenz“.

Was ist das?

Personelle Kompetenz, soziale Kompetenz und Lernkompetenz (PSL) gehört zu den acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, die Sie hier im Volltext lesen können.

Unter Schlüsselkompetenzen verstehen wir das Wissen, die Fähigkeiten und Einstellungen, die alle Menschen für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung, Beschäftigung, soziale Integration und Bürgersinn benötigen. Bei „Lernkompetenz“ geht es deshalb nicht nur darum, Bildungseinrichtungen zu durchlaufen oder seinen Beruf zu organisieren. Es geht darum, den Einzelnen in die Lage zu versetzen, neugierig und analytisch zu sein und zu versuchen, Gewünschtes zu erreichen.

Warum ist das wichtig?

„Lernkompetenz“ spielt bei den Schlüsselkompetenzen eine wichtige Rolle, weil der Prozess des Wissenserwerbs und der persönlichen Entwicklung ein fortlaufender ist und etwas sein sollte, das Menschen beim Verfolgen ihrer Ziele steuern können. Das ist das, was wir unter „lebenslangem Lernen“ verstehen. Laut YouthPass umfasst Lernkompetenz „das Bewusstsein für den eigenen Lernprozess und die eigenen Lernbedürfnisse, die Ermittlung des vorhandenen Lernangebots und die Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, um erfolgreich zu lernen.“

Wie sieht die aktuelle Arbeit der Europäischen Union in diesem Bereich aus?

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission plant die Erarbeitung eines Referenzrahmens für die Schlüsselkompetenz „Personelle Kompetenz, soziale Kompetenz und Lernkompetenz“.

Das bedeutet, dass die Kompetenz genauer beschrieben wird, als dies derzeit der Fall ist. An dieser Arbeit sind bereits zahlreiche Sachverständige aus ganz Europa beteiligt. Ein solcher Referenzrahmen würde es BürgerInnen – Lehrkräften, SchülerInnen, Eltern, ArbeitnehmerInnen, AusbilderInnen, JugendbetreuerInnen – ermöglichen, ihre eigene Kompetenz zu hinterfragen und Andere in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dies könnte Ausgangspunkt für die Entwicklung lokaler, regionaler oder sogar nationaler Initiativen in Schulen sein.

Der Prozess steckt noch in den Kinderschuhen. Erste Ergebnisse sind Ende 2019 zu erwarten.

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