Lernumfelder von jüngeren Kindern variieren stark in Europa

Image: Eurydice

In Europa beginnt für die meisten Kinder im Alter von etwa 6 Jahren die Grundschulbildung. Doch was ist mit der Zeit davor? Der Eurydice-Bericht zur aktuellen Bildungspolitik der EU-Staaten im Bereich frühkindliche Bildung und Betreuung (FBBE) zeigt, dass viele Länder innerhalb der EU noch immer kein hochwertiges Bildungsangebot für alle Kinder gewährleisten können.

Der Bericht zur frühkindlichen Bildung und Betreuung in Europa berücksichtigt FBBE-Angebote im häuslichen Umfeld und in öffentlichen sowie privaten Einrichtungen in 38 EU-Ländern. Der Bericht zeigt deutlich, dass die Art und Qualität der FBBE-Angebote je nach Land und Alter der Kinder erheblich variiert.

Maximum number of 2-year-olds per ECEC staff

Besonders für jüngere Kinder ist das FBBE-Angebot oft geringer. Nur sieben EU-Mitgliedstaaten (Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Finnland und Schweden) sowie Norwegen gewährleisten bereits ab dem Kleinkindalter (6 bis 18 Monate) für alle Kinder einen Platz in einer öffentlichen Einrichtung. Bei älteren Kindern ist die Situation deutlich besser: Fast die Hälfte der europäischen Länder garantiert einen Platz in einer FBBE-Einrichtung ab dem 3. Lebensjahr. In immer mehr Ländern sind sogar ein oder mehrere Jahre FBBE-Betreuung im Vorschulalter verbindlich.

Klare Bildungsinhalte für alle Kinder, hochqualifiziertes Personal und einheitliche politische Vorgaben finden sich vor allem in den nordischen Ländern, im Baltikum sowie in den Balkan-Staaten. Diese Länder bieten umfassende FBBE-Angebote für alle Kinder im Kleinkind- und Vorschulbereich. Allerdings stellt der fehlende Zugang für alle Kinder und die geringe Inanspruchnahme der Angebote in einigen Ländern noch immer ein Problem dar.

Der Bericht zur frühkindlichen Bildung und Betreuung in Europa liefert Informationen zu Bildungspolitik, Zugang, Personal, Bildungsinhalten, Evaluierung und Monitoring. Er betrachtet Regeln und Vorgaben, die das Leben der Kinder und Eltern beeinflussen, und macht deutlich, wie wichtig eine stimmige Bildungspolitik vom FBBE-Bereich bis zum höheren Bildungssektor ist, damit die verschiedenen Lernerfahrungen nahtlos ineinander greifen.