Europäische Unterstützung für grenzüberschreitende Bildung

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Im Oktober brachte die Europäische Woche der Regionen und Städte 6000 lokale, regionale, nationale und europäische Entscheidungsträger und Experten zu mehr als 100 Workshops, Diskussionsrunden, Ausstellungen und Networking-Angeboten zusammen. Zu den Themen gehörten Mehrsprachigkeit und die kulturelle Kooperation in grenzüberschreitenden Regionen.

Die Europäische Kommission fördert Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt, indem sie jungen Menschen in Europa interaktive Lernansätze und Workshops zum Sprachenlernen anbietet. Das Erlernen von Fremdsprachen in der Schule wird jedoch häufig gering geschätzt und die Schüler sind oft nicht in der Lage, die erlernten Sprachen nach dem Abgang von der Schule anzuwenden.

Junge Menschen, die in zweisprachigen oder grenzüberschreitenden Regionen leben, können ihren Standort zu ihrem Vorteil nutzen, um sich intensiv mit der Sprache ihrer Nachbarn zu beschäftigen. Dies erfordert jedoch, dass Bildungsakteure die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das kulturelle Zusammenleben aktiv fördern. Auch die Lehrkräfte müssen die Gelegenheit erhalten, ihre Kompetenzen mithilfe kulturell vielfältiger Materialien weiterzuentwickeln.

Zwar sind Hilfsmittel und Ressourcen vorhanden, aber ihre Zahl ist noch zu gering. Ein bereits populäres Beispiel ist das Online-Spiel Passe Partout, das die Schüler auf eine virtuelle Reise durch die Grenzregionen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz mitnimmt. Dieses Spiel motiviert die Schüler, die Kultur des Nachbarlandes kennenzulernen und die Fremdsprache spielerisch einzuüben.

Eine weitere Initiative zielt darauf ab, Kindern im Kindergartenalter das besondere Lebensumfeld der jeweiligen Nachbarländer Deutschlands, Polens und Tschechiens näherzubringen. Das Projekt mit den drei Comicfiguren Biedronka, Maus und Žába umfasst verschiedene interaktive Spiele und eine Online-Plattform sowie einen Leitfaden für Lehrkräfte. Darüber hinaus besuchen Fachkräfte polnische und tschechische Kindergärten, um den Kindern die Geschichte und Bräuche der Region zu vermitteln. Die Projektleiter beobachten, dass diese Arbeit nicht nur für die Kinder wertvoll ist, sondern auch die „Schaffung einer regionalen europäischen Identität“ vorantreibt.

Dieser rote Faden zieht sich durch jede der genannten Initiativen und erinnert an die Worte von Jean Monnet, einem der Gründerväter der Europäischen Union: „Wenn es noch einmal getan werden müsste, würde ich mit der Kultur beginnen.“