Wie die EU-Mitgliedstaaten Lehrkräfte für geflüchtete Schüler/innen suchen

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Vertreter/innen der EU-Bildungsministerien haben darüber gesprochen, wie nach Lehrkräften für geflüchtete Schüler/innen gesucht werden könnte. Dieses Gespräch fand am 4. April 2022 im Rahmen der EU-Bildungssolidaritätsgruppe für die Ukraine – Arbeitsgruppe Schulen statt.

Identifizierung und Einstellung von ukrainischen Lehrkräften unter den Geflüchteten

Es gibt verschiedene Schnellverfahren, um ukrainische Lehrkräfte – und Personen aus verwandten Berufen – unter den in den EU-Mitgliedstaaten ankommenden Geflüchteten zu identifizieren und einzustellen. Dieser Ansatz wird auch von der Europäischen Kommission empfohlen.

Die Länder überprüfen zum Beispiel direkt in offiziellen Datenbanken der ukrainischen Behörden wie https://info.edbo.gov.ua/ entsprechende Qualifikationen. Eine andere Möglichkeit, Lehrkräfte unter den ankommenden Geflüchteten zu identifizieren, besteht in einer Selbsterklärung unter Mithilfe des Roten Kreuzes. Dafür gibt es ein Beispiel aus Kroatien.

Die Mitgliedstaaten haben auch administrative Hindernisse für einen beruflichen Einstieg und für die Anerkennung von Qualifikationen beseitigt. Beispiele:

  • Litauen verzichtet für eine Übergangszeit auf die Anforderung, dass Lehrkräfte die Sprache des Gastlandes beherrschen müssen.
  • In Sachsen werden Geflüchtete, die nach eigener Auskunft Lehrkräfte sind, nach einer ersten Vorrangprüfung auf Probe eingestellt, während weitere Einstellungsprüfungen durchgeführt werden.
  • In Rumänien können Geflüchtete, die nach eigener Auskunft Lehrkräfte sind, ausnahmsweise mit kurzfristigen, verlängerbaren Verträgen eingestellt werden.

Unterstützung ukrainischer Lehramtsstudierender

Die EU-Aufnahmeländer haben erste Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass ukrainische Lehramtsstudierende unter den Geflüchteten ihr Studium fortsetzen und abschließen können. An spanischen Schulen können zum Beispiel Lehramtsstudierende in Teilzeit als Sprachassistenten/-innen beschäftigt werden, während sie ihr Studium abschließen.

Lehrermangel in den Aufnahmeländern

Schließlich verstärken die EU-Länder ihre Bemühungen, den bereits bestehenden Lehrermangel auszugleichen, indem sie auf pensionierte Lehrkräfte zurückgreifen oder auf Praktika für Lehramtsstudierende verzichten, wenn eine abgeleistete Mindeststudiendauer nachgewiesen werden kann.

Die Integration neuer (ukrainischer) Lehrkräfte an den Schulen erfordert zudem die Unterstützung der gesamten Schulgemeinschaft und von Schulnetzwerken wie eTwinning und School Education Gateway.

Lesen Sie den Bericht über die erste Schwerpunktsitzung der EU-Bildungssolidaritätsgruppe für die Ukraine.


Hier finden Sie Leitlinien zur Unterstützung von Schulen bei der Eingliederung von ukrainischen Flüchtlingen. Aktuelle Informationen und Ressourcen liefert unser Artikel Bildung und Unterstützung für ukrainische Flüchtlinge.