Hybride Bildungsangebote für Kulturgüter

Bild: Persische Gesandte vor dem König von Äthiopien. Franciszek Smuglewicz. Litauisches Kunstmuseum. Litauen. Gemeinfreies Bildmaterial

Museen, Bibliotheken und Archive sind wichtige außerschulische Bildungsangebote, die seit vielen Jahren eng mit Schulen und Universitäten kooperieren. Sie bieten unzählige Primärquellen, die uns allen helfen, gegen Fehlinformationen vorzugehen und eine ausgewogene und vielfältige kulturelle Darstellung zu ermöglichen.

Die aktuelle Gesundheitskrise gefährdet den physikalischen Zugang zu derartigen Bildungsangeboten. Derzeit befinden sich viele europäische Staaten in einem zweiten Lockdown und kulturelle Einrichtungen mussten erneut ihre Türen schließen. Dadurch wurden auch die Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen und Kindern auf digitale Angebote begrenzt, ein Bereich, in dem sich viele Pädagogen nicht besonders sicher fühlen.

Eine Umfrage von Europeana und NEMO hat ergeben, dass 70 % des museumspädagogischen Personals keinerlei Ausbildung zur digitalen Aufbereitung von Inhalten besitzt und vorhandene digitale Sammlungen kaum genutzt werden. In Gesprächen, Beobachtungen und Recherchen (Niederländisches Programm und EuroClio-Fallstudie) wird deutlich, dass kulturelle Einrichtungen ihr digitales Bildungsangebot und die Kooperation mit Schulen nicht anpassen und verstärken.

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Bild: Ohne Titel [Schulmädchen in einer Reihe] aus der Reihe On a Good Day, Al Vandenberg, Victoria and Albert Museum, Vereinigtes Königreich, CC BY-SA

Europeana beschäftigt sich mit der Frage, wie Fachkräfte in diesem Bereich im Kontakt mit Schulen und Kindern hinreichend unterstützt werden können. Eine Möglichkeit bieten hybride Angebote. Neben dem Europeana Classroom, einem neuen Onlinebereich mit über 400 Lernszenarios und vielen weiteren Ressourcen, lotet Europeana auch das Potenzial von Historiana als interaktivem Tool aus und fördert die Kooperation von Lehrkräften und anderen pädagogischen Fachkräften in Bildungsherausforderungen wie #reinventingBeethoven, das sich mit dem Leben und Werk des Musikgenies befasst.

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Bild: Beethoven in Schönbrunn. Universität Osnabrück, Historische Bildpostkarten. Deutschland. CC BY-NC-SA

Letzten Endes ist digitaler Zugang zu wichtigen Kulturgütern entscheidender Bestandteil eines hochwertigen Bildungsangebots.


Isabel Crespo ist Bildungsexpertin der Europeana Foundation.

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